vier der fünf Southsider und das CP Project One

vier der fünf southsider und die Sahneseite der Maschine

Der Inbegriff des 60er Jahre Cafe Racers ist eine Symbiose: Die Triton, ein Triumph-Motor in einem Norton-Federbettrahmen ist Legende. Genau diese klassischen  Komponenten des englischen Motorradbaus hatten es 2008 den “Southsiders” angetan, als sie, fasziniert von der Ausstellung “Legend of the Motorcycle”, nach Frankreich zurückkehrten.

Als absolute Enthusiasten des englischen Motorradbaus und von dem Wunsch beseelt etwas Eigenes auf die Beine zu stellen, begannen sie mit den ersten Entwürfen zu einem eigenen Motorrad: der CP Project One. Zu den französischen Designern gesellte sich mit Daniel Delfour der Mensch, der in der Lage war, die Visionen der “Southsider” umzusetzen. Und so sollte sich nach eigenen Aussagen das Motorrad anfühlen: “…a mix of Batman’s motorcycle with a T.rex fastback and a general feeling of Catwoman’s curves.”

... oder ist es diese? Beidseitig ein Genuss.

Viele Interessen und Vorlieben gab es zu diskutieren und zu verbinden: Wo fünf Leute werkeln sind auch fünf Meinungen zu bündeln. Die unterschiedlichsten Stilwünsche vom Flattracker bis zum Classic Bike flossen in das Design ein. Das Endprodukt hat all das nicht verwässern können. Im Gegenteil! Gestalterisch haben die Jungs es geschafft, ihre Ideen auf die Spitze zu treiben und in ein einheitliches Konzept zu gießen. Ob es wohl an der absoluten Konsequenz der fünf Southsider lag? Auf die Frage, warum denn die Gabelholme soweit durchgesteckt seien, oder das Bike keine Vorderradbremse habe, gibt es die einfache Antwort: “Weil wir es so wollen!” Gut, dass sie das so gewollt haben. Für mich eines der schönsten Motorräder, die ich seit langem gesehen habe.

mehr zum Projekt gibt es auf der Seite der Southsiders

Die Fotos stammen von: Benoit Guerry und den Southsidern

Norton Commando 961SE

In Großbritannien kann sie bereits bestellt werden. Für Freunde der klassischen Linie ist sie derzeit wohl eines der gelungensten Motorräder auf dem Markt. Der Spagat zwischen Tradition und Moderne scheint den Entwicklern hervorragend gelungen zu sein.  Als Antrieb kam von Anfang an nur ein Paralleltwin in Betracht. Der leistet jetzt 80 PS und drückt 90 Nm auf die Straße. Wie angekündigt hat man die drei erhältlichen Versionen mit hochwertigen Komponenten veredelt. Öhlins-Gabel und Stoßdämpfer, sowie Bremsen von Brembo haben alle drei Varianten anzubieten. Der 961 SE hat man zusätzlich noch eine ganze Reihe an Carbon-Teilen gegönnt, die 961 Cafe-Racer natürlich mit Stummellenker und einer kleinen Lampenverkleidung ausgestattet.

Die Schmuckstücke basieren auf einer Entwicklung des amerikanischen Motorradbauers Kenny Dreer , dem allerdings 2006 das Geld für eine Serienproduktion ausging. Stuart Garner, britischer Geschäftsmann, erkannte die Möglichkeiten, erwarb die Rechte und die Entwicklungsleistung und gründete kurzerhand die Norton Motorcycles Ltd., mit Sitz im legendären Donnington.

Mit der Commando tritt man in große Fußstapfen. In den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts erarbeitete sich die Commando mit ihrem schnörkelosen Design eine feste Fangemeinschaft. Markiger Paralleltwin, Tropfentank, Sitzbank, Speichenräder. Das reichte! Mit dem Niedergang Nortons versuchte Yamaha mit seiner XS 650 die Lücke zu schließen. Mit mäßigem Erfolg, aber auch die XS ist heute Legende. Die neue Commando hat also einiges zu tun. Die Motorradwelt zu betören wird ihr dabei nicht schwer fallen. Zentrum des Bikes ist der luftgekühlte Motor, über dem sich, wie ein Welle, die Kombination aus Tank, Seitenteilen, Sitzbank und Heck an den Stahlrohrrahmen schmiegt. Hier würde man zu gerne Platz nehmen, um auf der Welle zu  reiten. Lang würden die ersten Ausritte wohl aber nicht werden; nicht weil das Motorrad dazu nicht geeignet wäre, nein, sondern weil auch der Fahrer lange brauchen wird, um sich an diesem Motorrad satt zu sehen. Ich jedenfalls müsste mich an jeder Ampel dazu zwingen nicht abzusteigen, um eine staunende Runde ums Motorrad hinzulegen. Kleiner Wermutstropfen zum Schluss: Noch gibt es für den Rest Europas kein Händlernetz. Die Commando ist nur in Großbritannien ab ca. 12.000 Pfund, derzeit also knappe 14.000 Euro erhältlich.

weitere Infos: Norton Motorcycles Ltd.

Copyright des Fotos: Norton Motorcycles Ltd, GB