die neue Ducati Diavel

Ducati ist es in den letzten Jahren gelungen, den Reiz der Exklusivität einer italienischen Motorrad-Kultmarke zu wahren und dennoch die Absatzzahlen in die Höhe zu schrauben. Nicht zuletzt ist das auf eine Modellpolitik zurückzuführen, die das Bewährte gekonnt weiterentwickelt, siehe die Monster-Reihe, oder Innovatives anbietet, siehe die neue Multistrada. Mit der Diavel öffnet Ducati nun ein neues Kapitel.

Die Diavel – laut Ducati im bologneser Dialekt das Wort für Teufel-  jetzt erstmalig auf der EICMA in Mailand vorgestellt, wird wohl die Ducati-Gemeinde spalten. Ist das noch eine Ducati? Was hat die Designer hier getrieben, ein Motorrad zu entwickeln, dass im Aussehen irgendwo zwischen Yamaha Vmax, Harley V-Rod und Bimota Mantra liegt? Sicherlich hat hier die Marketing-Abteilung kräftig mitgemischt. Die Diavel wirkt, als möchte Ducati sich hier in den Markt der Power-Cruiser katapultieren. Auch wenn eingefleischte Ducati-Fahrer wohl kaum etwas mit diesem Motorrad anfangen können, hat Ducati gute Chancen das Ziel zu erreichen, denn die Diavel bietet dazu Einiges.

Ducati Diavel

162 PS aus 1200 ccm und ein sattes Drehmoment von 127 Nm, dazu eine Traktionskontrolle, ABS, drei Fahrprogramme und das Alles bei einem Gewicht von 207 Kilo. Damit das auch alles auf die Straße gelangt, hat Ducati von Pirelli einen fetten 240er Hinterreifen entwickeln lassen, der mit dem mächtigen Auspuff und den in die Sitzbank integrierten Rückleuchten dem Bike auch von hinten den nötigen Macho-Auftritt garantiert. Und dennoch, nicht weniger als eine Neudefinition des Motorradbaus verspricht Ducati mit der Diavel: In der Optik bullig und stark sei sie dennoch leicht und agil. Der Teufel steckt also auch hier im Detail. Viel Glück Ducati!

Bildrechte bei: Ducati

Die neue Ducati Monster 796

Das Design gilt unbestritten als Klassiker: Seit ihrem Erscheinen Anfang der 90er Jahre ist die Ducati Monster fest in der Motorradszene und in der Designgeschichte verankert. Ihr langjähriger Erfolg ist allerdings auch in der klugen Modellpflege zu sehen. Stets aktuell modifiziert, blieb die Monster doch stets Monster. Nun hat Ducati die Modellfamilie erneut erweitert.

Wem bisher die Monster 696 zu klein und die Monster 1100 zu groß war, der kann jetzt zur 796 greifen: laut Ducati das Beste aus den zwei anderen Welten. Die 796 komplettiert die Monsterfamilie in der mittleren Hubraumklasse. Bei einem Trockengewicht von lediglich 169kg und 87 PS verspricht Ducati Fahrspaß pur. Die Monster 796 wird serienmäßig mit Bikini-Windschild und hinterer Soziussitzabdeckung in Fahrzeugfarbe ausgeliefert. Die neu geformte Sitzbank sorgt für noch mehr Fahrkomfort, rote Ziernähte setzen Akzente, zudem wurde die Höhe um 10mm verringert. In Kombination mit einem um 20mm erhöhtem Lenker ist nun die Sitzposition wesentlich entspannter geraten als bei den Schwestermodellen. Drei Farben stehen zur Auswahl: Ducati Rot, Arctic White Silk und Diamond Black Silk. Dazu gibt es den traditionellen roten Gitterrohrrahmen und schwarze Felgen. Kosten soll sie ca. 9.500 Euro. Wenn sie auch in der Praxis das hält was die Daten versprechen, dann bringt hier Ducati wohl erneut einen zukünftigen Klassiker auf den Markt. Der Preis stimmt, das Design sowieso. Langweilig wird es mit diesem Motorrad wohl niemanden werden, egal ob man gerade drauf sitzt und fährt oder daneben steht und es einfach nur anschaut.

mehr gibt es bei: Ducati

Bildrechte bei: Ducati

Ducati Ultima 1000

Mit der GT 1000 hat Ducati einen wunderschönen Klassiker im Programm.  So manchem wird das Motorrad aber einfach zu viel Retro und zu wenig Bumms und Individualität bieten. So oder ähnlich muss auch Ducati Saarland gedacht haben. Von dort kommt nämlich jetzt eine Interpretation der 1000er, die kompromisslos das sportliche Element der GT 1000 auf die Spitze zu treiben sucht.

Auf grundlegende Eingriffe in die Linienführung haben die Entwickler bewusst verzichtet, wohlwissend, dass das Design des Motorrades ankommt. Und dennoch ist den Saarländern ein Motorraddesign gelungen, dass trotz der Anklänge an die 70er Jahre frisch, sportlich und “up to date” ist. Zu verdanken ist dies sicherlich den zahlreichen Eigenentwicklungen von Komponeten, ergänzt durch hochwertiges Zubehör aus Fremdproduktion. So sind z.B. das Heck, Seitendeckel, Schutzblech und Cockpit Eigenentwicklungen, bei den Lenkerendenblinkern oder dem Kupplungsdeckel hat man sich bei Ducati Performance, bei Spiegeln und Griffen bei Rizoma bedient. Besonderes Schmankerl der Ultima ist sicherlich die Eigenbau-Einarmschwinge. Gemeinsam mit der  hochverlegten Edelstahl-Auspuffanlage – ebenfalls eine Eigenentwicklung – gibt sie den Blick frei auf eine wunderschöne Schmiedefelge.

Mit der Ultima 1000 ist den Saarländern ein Motorrad geglückt, dass optisch sportlich und modern daherkommt und dennoch den Charme der 70er Jahre nicht verloren hat. Dazu trägt sicherlich auch die Dreifarben-Lackierung bei: agressives Rot, gemildert durch wenige schwarze Flächen, weiße Linien und einem klassischen weißen Streifen auf Tank und Höcker.

Zum Anspruch aus einer “Stangen”- 1000er eine Ultima zu machen gehören natürlich auch noch zahlreiche motor- und fahrwerksseitige Änderungen. Auch hier hat Ducati Saarland sich nicht lumpen lassen.  Nach eigenen Angaben leistet der Motor nun 15 PS mehr und stellt 13 Nm mehr Drehmoment zur Verfügung.  Wer wissen will, was die Ultima 1000 sonst noch zu bieten hat, der werfe einen Blick auf die Seite von Ducati Saarland. Dort hat man es nicht versäumt, alle Modifikationen säuberlich aufzulisten.

mehr Infos: Ducati Saarland

Foto: Ducati Saarland

Ducati Monster 1100

Obwohl nun schon über fünfzehn Jahre am Markt, ist die Ducati Monster immer noch eines der meistverkauften Motorräder aus dem Hause Ducati. Das verdankt sie nicht nur der klaren Handschrift Miguel Galuzzis, der Anfang der 90er Jahre die Monster entwarf. Ihren großen Erfolg verdankt sie auch der ständig erweiterten Palette von Motoren und Modellen, gelungener Modellpflegemaßnahmen und einer Marketingstrategie, die das Motorrad immer wieder gerade für ein jüngeres Pubikum attraktiv macht. In diese Strategie fügt sich auch Ducatis neuester Streich.
In Bologna zeichnete Ducati-Chef Gabriele del Torchio nun drei Design-Entwürfe für die Monster-Baureihe aus. Drei Studenten ist es nun möglich, mit einem Stipendium ein wenig unbeschwerter ihr Studium anzugehen. Der Wettbewerb, aus dem die drei als Gewinner hervorgingen, fügt sich ein in Ducatis Kampagne “Monster-Art”. Schon im letzten Jahr bot Ducati, begleitet von einem schrillen Internetauftritt, austauschbare Farb-Kits zur Individualisierung der Monster an. Eine Tankabdeckung rechts und links, ein vorderer Kotflügel, eine Cockpitverkleidung und eine Soziusabdeckung in zahlreichen Farben waren der erste Schritt beim anvisierten Treffen von Kunst und Bike. Wem seine Monster also zu farblos daherkam, konnte für ca. 500 Euro seiner Maschine ein neues Outfit verpassen. Es folgte ein Wettbewerb, bei dem dazu aufgerufen wurde, Entwürfe für die fünf Verkleidungsteile einzureichen. Das öffentliche Voting endete im November 2009, die Gewinner wurden auf einer Internetseite vorgestellt. Es lohnt sich, dort mal reinzuschauen. Wird allenthalben über den fehlenden Nachwuchs bei den Freizeit-Motorradfahrern geklagt, zeigt Ducati mit der Kampagne und der Internetseite, dass es durchaus möglich ist, junge Leute für das Thema Motorrad zu begeistern.
Internetseite Monster-Art
Internetseite Monster-Art-Contest

Bildrechte bei Ducati

Ducati Multistrada 1200

Ducati wäre nicht Ducati, würde man nicht bei jeder Modellentwicklung dem Design größte Aufmerksamkeit zollen. Ob Sportler oder Alltagsbike, mit Motorrädern wie der 916 oder der Monster hat Ducati Designgeschichte geschrieben. Dieser Geschichte möchte man nun ein weiteres Schmuckstückchen hinzufügen.

Die “eierlegende Wollmilchsau”! So hässlich das Wort, so hässlich waren bisher die meisten Motorräder, die mit diesem Prädikat versehen wurden. Die alte Multistrada, 2002 erstmalig vorgestellt, stellte da nur bedingt eine Ausnahme dar. Mit ihrer teilweise mitlenkenden Halbverkleidung fand das von Ducati-Designer Pierre Terblanche entworfene Multitalent nicht den Weg in die Herzen der “Ein-Motorrad-für-alle-Fälle”- Fahrer. Das könnte sich jetzt ändern.

Technisch verbindet die Neue mit der Alten nämlich, außer dem Konzeptansatz, nichts mehr. Dazu sieht die neue Multistrada 1200 auch noch sportlich und elegant aus und steckt, zumindest was das Design angeht, Motorräder wie die BMW R 1200 GS, die Triumph Tiger und leider auch Moto Guzzis Stelvio locker in die Tasche. Wenn dieses Motorrad jetzt auch noch fahrtechnisch das hält, was Ducati verspricht, dann muss sich die Konkurrenz warm anziehen. Mit ihren 150 PS, den knapp 120 Nm Drehmoment, ABS und Traktionskontrolle und knappen 190 kg Trockengewicht spielt sie nun in der ersten Liga mit. Besonderes Schmankerl ist sicherlich die automatisierte Änderung der Fahrwerksabstimmung vom Lenker aus, je nachdem welcher Fahrmodus bevorzugt wird.

Ducati Multistrada 1200 S

Ob sportliche oder touristische Fahrweise, ob Feldweg, Landstraße oder Stadtgewühl: Die Multistrada soll für alles die passende, auf Knopfdruck errreichbare Einstellung bieten. Ob das alles auch funktioniert, wird sich noch zeigen müssen. Gestalterisch ist Ducati aber mit der Multistrada wie ich finde ein für dieses Konzept einzigartiges Motorrad gelungen. Da wird selbst der typenspezifische Schnabel zu einem gelungenen Designelement.

mehr gibt es hier: www.ducati.de

copyright der Fotos: Ducati