Ducati Multistrada 1200

Ducati wäre nicht Ducati, würde man nicht bei jeder Modellentwicklung dem Design größte Aufmerksamkeit zollen. Ob Sportler oder Alltagsbike, mit Motorrädern wie der 916 oder der Monster hat Ducati Designgeschichte geschrieben. Dieser Geschichte möchte man nun ein weiteres Schmuckstückchen hinzufügen.

Die “eierlegende Wollmilchsau”! So hässlich das Wort, so hässlich waren bisher die meisten Motorräder, die mit diesem Prädikat versehen wurden. Die alte Multistrada, 2002 erstmalig vorgestellt, stellte da nur bedingt eine Ausnahme dar. Mit ihrer teilweise mitlenkenden Halbverkleidung fand das von Ducati-Designer Pierre Terblanche entworfene Multitalent nicht den Weg in die Herzen der “Ein-Motorrad-für-alle-Fälle”- Fahrer. Das könnte sich jetzt ändern.

Technisch verbindet die Neue mit der Alten nämlich, außer dem Konzeptansatz, nichts mehr. Dazu sieht die neue Multistrada 1200 auch noch sportlich und elegant aus und steckt, zumindest was das Design angeht, Motorräder wie die BMW R 1200 GS, die Triumph Tiger und leider auch Moto Guzzis Stelvio locker in die Tasche. Wenn dieses Motorrad jetzt auch noch fahrtechnisch das hält, was Ducati verspricht, dann muss sich die Konkurrenz warm anziehen. Mit ihren 150 PS, den knapp 120 Nm Drehmoment, ABS und Traktionskontrolle und knappen 190 kg Trockengewicht spielt sie nun in der ersten Liga mit. Besonderes Schmankerl ist sicherlich die automatisierte Änderung der Fahrwerksabstimmung vom Lenker aus, je nachdem welcher Fahrmodus bevorzugt wird.

Ducati Multistrada 1200 S

Ob sportliche oder touristische Fahrweise, ob Feldweg, Landstraße oder Stadtgewühl: Die Multistrada soll für alles die passende, auf Knopfdruck errreichbare Einstellung bieten. Ob das alles auch funktioniert, wird sich noch zeigen müssen. Gestalterisch ist Ducati aber mit der Multistrada wie ich finde ein für dieses Konzept einzigartiges Motorrad gelungen. Da wird selbst der typenspezifische Schnabel zu einem gelungenen Designelement.

mehr gibt es hier: www.ducati.de

copyright der Fotos: Ducati

Die Spud von Mac Motorcycles

Als Buell mit einem unerwarteten Paukenschlag im Herbst letzten Jahres von Harley-Davidson in die ewigen Jagdgründe geschickt wurde, müssen im englischen Worcester einige Herzen für kurze Zeit still gestanden haben. Die 2009 frisch gegründete Motorradschmiede Mac Motorcycles hatte als Herzstück ihrer geplanten Motorräder den 500 ccm Einzylinder Motor von Buell ins Visier genommen und rund um diesen Single vier einzigartige Modellversionen entwickelt. Ellis Pitt, Gründer der Firma, hatte dazu mit Xenophia Design ausgewiesen Fachleute für Design und Entwicklung an seiner Seite. Im Ergebnis konnten im letzten Jahr die Modellvarianten Spud, PeaShooter, Ruby und Roarer der Öffentlichkeit präsentiert werden. Entwürfe, die begeisterten, war es den Designern doch gelungen, Motorräder auf die Beine zu stellen, die sich auf das Wesentlichste beschränkten. Eine einzige, geschwungen Linie aus Rahmen und Tank fasst den Motor bei drei Modellvarianten ein. Die Roarer dagegen wirkt durch den Rahmen in Starrrahmenoptik flacher und länger, die horizontalen Linien der Tank-Sitzbank-Einheit und der Auspuffanlage unterstreichen dies deutlich. Mit dem Blick in die Vergangenheit und  Anleihen bei Motorräden der 60er und 70er Jahre wurden absolut moderne Fahrmaschinen entwickelt. Wer sich für die Inspirationsquellen der Motorräder interessiert, sollte unbedingt mal in das Scrapbook der einzelnen Maschinen auf der Internetseite des Unternehmens schauen.

Die Roarer von Mac Motorcycles

Wer aber nun dachte, Mac Motorcycles würde mit der Buell Pleite aufstecken, hat sich geirrt. Nun ist man auf der Suche nach einem geeigneten Ersatz für den Buell-Motor. Wer will, kann seine Meinung, Wünsche und Vorschläge im Blog der Firma kundtun. Dort darf man auch seinen Favoriten unter den vier Modellen küren (Mein Favorit ist die Roarer). Ich drücke der Firma die Daumen bei der richtigen Wahl. Diese Motorräder würde man zu gern bald auf der Straße sehen.

Mac Motorcycles

Copyright der Fotos: Mac Motorcycles

cb750

die neue CB750 der wrenchmonkees

Sie pflegen das Design der klaren Linie. Ihre Gorilla Punch hat im letzten Jahr in der Motorradwelt für Aufsehen gesorgt. Jetzt haben die Dänischen Bike-Bauer ein weiteres Motorrad fertig gestellt.

Die Designphilosophie der wrenchmonkees ist so einfach wie wirksam: Konzentration auf das Wesentliche. Und so glänzt die soeben fertiggestellte CB 750 wieder durch Klarheit und Geradlinigkeit. Im Zentrum ein Honda Reihenvierzylinder, mattschwarz bis auf die Zylinder. Die dürfen ihre Materialität zu Tage tragen, was durch die schwarzen Zylinderköpfe noch deutlicher ins Auge springt. Von gleicher Materialhaftigkeit die Vergaserbatterie und der simple, aber wunderschöne Batteriekasten im Rahmendreieck: Eine Eigenkonstruktion der wrenchmonkees aus Aluminium, die hier das i-Tüpfelchen der Motor – Vergaser – Luftfilter – Linie bildet. Über allem ein weißer Tank , herrlich wie einfach funktionierendes Design sein kann!  Auch bei der CB 750 findet man wieder das Spiel mit Stilelementen, die derzeit in der Motorradszene schwer angesagt sind. Auch die Neue ist ein wenig Bobber, ein wenig Scrambler. Aber wo gibt es schon einen Scrambler mit einer vier in vier Auspuffanlage, die sich harmonisch in den Gesamtentwurf einreiht und dennoch ein Hingucker ist? Mit der CB 750 haben die wrenchmonkees mal wieder ein Motorrad gebaut, das danach schreit gefahren zu werden. Kurzum: Bildschön und Alltagstauglich. Gebaut haben die wrenchmonkees das Motorrad im Kundenauftrag. Ja, er ist zu beneiden, dieser Hektor, der dieses Bike nun sein eigen nennen darf.

mehr zu den wrenchmonkees gibt es unter: www.wrenchmonkees.com

copyright der Fotos: wrenchmonkees, Kopenhagen

Norton Commando 961SE

In Großbritannien kann sie bereits bestellt werden. Für Freunde der klassischen Linie ist sie derzeit wohl eines der gelungensten Motorräder auf dem Markt. Der Spagat zwischen Tradition und Moderne scheint den Entwicklern hervorragend gelungen zu sein.  Als Antrieb kam von Anfang an nur ein Paralleltwin in Betracht. Der leistet jetzt 80 PS und drückt 90 Nm auf die Straße. Wie angekündigt hat man die drei erhältlichen Versionen mit hochwertigen Komponenten veredelt. Öhlins-Gabel und Stoßdämpfer, sowie Bremsen von Brembo haben alle drei Varianten anzubieten. Der 961 SE hat man zusätzlich noch eine ganze Reihe an Carbon-Teilen gegönnt, die 961 Cafe-Racer natürlich mit Stummellenker und einer kleinen Lampenverkleidung ausgestattet.

Die Schmuckstücke basieren auf einer Entwicklung des amerikanischen Motorradbauers Kenny Dreer , dem allerdings 2006 das Geld für eine Serienproduktion ausging. Stuart Garner, britischer Geschäftsmann, erkannte die Möglichkeiten, erwarb die Rechte und die Entwicklungsleistung und gründete kurzerhand die Norton Motorcycles Ltd., mit Sitz im legendären Donnington.

Mit der Commando tritt man in große Fußstapfen. In den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts erarbeitete sich die Commando mit ihrem schnörkelosen Design eine feste Fangemeinschaft. Markiger Paralleltwin, Tropfentank, Sitzbank, Speichenräder. Das reichte! Mit dem Niedergang Nortons versuchte Yamaha mit seiner XS 650 die Lücke zu schließen. Mit mäßigem Erfolg, aber auch die XS ist heute Legende. Die neue Commando hat also einiges zu tun. Die Motorradwelt zu betören wird ihr dabei nicht schwer fallen. Zentrum des Bikes ist der luftgekühlte Motor, über dem sich, wie ein Welle, die Kombination aus Tank, Seitenteilen, Sitzbank und Heck an den Stahlrohrrahmen schmiegt. Hier würde man zu gerne Platz nehmen, um auf der Welle zu  reiten. Lang würden die ersten Ausritte wohl aber nicht werden; nicht weil das Motorrad dazu nicht geeignet wäre, nein, sondern weil auch der Fahrer lange brauchen wird, um sich an diesem Motorrad satt zu sehen. Ich jedenfalls müsste mich an jeder Ampel dazu zwingen nicht abzusteigen, um eine staunende Runde ums Motorrad hinzulegen. Kleiner Wermutstropfen zum Schluss: Noch gibt es für den Rest Europas kein Händlernetz. Die Commando ist nur in Großbritannien ab ca. 12.000 Pfund, derzeit also knappe 14.000 Euro erhältlich.

weitere Infos: Norton Motorcycles Ltd.

Copyright des Fotos: Norton Motorcycles Ltd, GB