Soeben geht die Ausstellung “Motorradikonen” in der Autostadt Wolfsburg ihrem Ende entgegen, da wirft bereits ein weiteres Highlight des diesjährigen Ausstellungsjahres seine Schatten voraus.

Das Auto und Technik Museum Sinsheim öffnet am 29. April seine Pforten zu einer neuen Sonderausstellung, die sich ganz den “Adlern aus Mandello” widmet: Denn der Adler ziert seit fast 90 Jahren die Maschinen von Moto Guzzi, deren Geschichte es zu feiern und zu bestaunen gilt.

1919 bauten Carlo Guzzi und Giorgio Parodi den ersten Prototypen eines 500 ccm Motors zusammen.  Da das technische Know-How von Carlo Guzzi stammte, wurde die als G.P. gegründete Firma schon bald in Moto Guzzi umbenannt. Wegen der engen Beziehung von Parodi und Guzzi zur Fliegerei – Parodi war Pilot, Guzzi Flugzeuchtechniker – wurde im Firmenzeichen ein Adler mit ausgebreiteten Schwingen verwendet. 1921 begann in Mandello die Serienfertigung. Noch heute rollen hier die Guzzis vom Band. Die klangvollen Modellnamen aus der Frühzeit von Moto Guzzi wie Airone, Falcone, Galletto, Stornello, Lodola, Sport 14, Dondolino und Gambalunga bringen noch heute nicht nur die Augen von Moto Guzzi Enthusiasten zum leuchten.

Von Beginn an hatte der Motorsport große Bedeutung bei Moto Guzzi. Bis zum Ausstieg aus der Rennszene im Jahr 1957 gab es kaum einen bekannten Fahrer, der während seiner Karriere nicht mindestens einmal eine der legendären Rennmaschinen aus Mandello bewegte: Billy Lomas, Bruno Ruffo, Archille Varzi, Bill Ivy, Enrico Lorenzetti, um nur einige zu nennen.

Kultstatus erlangte Moto Guzzi spätestens in den 70er Jahren, mit dem charakteristischen, großvolumigen Zweizylinder-V-Motor, der noch heute das Aushängeschild von Moto Guzzi darstellt. Die V7 Sport von 1971, die 750 S von 1974 und schließlich die 850 Le Mans von 1976 wurden zu Legenden. Mit ihrer charismatischen Ausstrahlung und der für damalige Verhältnisses hohen technischen Qualität zogen die Maschinen die Motorradszene in ihren Bann.

Der Geschichte der Adler aus Mandello spürt nun ab dem 29. April und bis zum 3. Oktober 2010 das Auto & Technik Museum Sinsheim nach. Eine ganze Motorradsaison lang zeigt das Museum 12 Klassiker der Kultmarke, die alle von Guzzi verfolgten Motorenkonzepte umfasst. Highlights der Ausstellung sind u.a. eine Moto Guzzi Ercole von 1948, eine V7 Sport von 1971, eine Falcone Carabinieri von 1970, die Militärmaschine Moto Guzzi Superalce von 1946 und die legendäre Grand Prix Werksrennmaschine 500 GP aus dem Jahr 1957.

Sinsheim sollte also in diesem Jahr fest im Kalender von Guzzi-Fans und alle anderen Motorradinteressierten verankert werden. Einen Besuch ist das Museum aber auch für Motorradfreunde ohne Guzzi-Ambitionen wert. Ca. 300 Bikes sind hier in der ständigen Ausstellung zu sehen, darunter Designklassiker wie die Megola von 1922 und eine dreisitzige Böhmerland.

mehr Infos unter: Auto und Technik Museum Sinsheim

copyright der Fotos: Auto und Technik Museum Sinsheim

Ein Kommentar bis “Moto Guzzi in Sinsheim”

  1. [...] ist die Sonderausstellung zur Geschichte von Moto Guzzi geschlossen, da präsentiert das Auto und Technik Museum in Sinshein bereits das nächste Bonbon. [...]

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