die Ish 1 von 1929

Wer hätte das gedacht: Nicht die USA, nicht England, Italien oder gar Deutschland standen Anfang der 90er Jahre in der Rangliste der Motorradhersteller auf Platz zwei, gleich hinter Japan. Nein, es war … die Sowjetunion. Und hier nicht etwa dank der allseits bekannten Ural-Werke, sondern dank Izh (Ish), die seit 1927 schätzungsweise elf Millionen Zweiräder unter die Leute gebracht haben.

1927 ging Ish mit einem Motorrad an den Start, das – Guzzi Enthusiasten aufgepasst! – einen 1200 ccm, längs eingebauten V-Twin aufwies: Ihr Name völlig unprätentiös: Ish-1. Bekannt ist Ish den meisten allerdings durch ein anderes Produkt. Neben Fahrzeugen stellte Ish auch Waffen her, die berühmte „Kalaschnikow“ ist wohl das bekannteste Produkt, dass das Werk je verlassen hat.

Soviel zur Vergangenheit und nun zur Gegenwart.

die Ish 2012 von Igor Chak

2012 Ish nennt sich folglich das Konzept-Bike eines jungen, russischstämmigen Designers. Der 1984 in der Sowjetunion geborene Igor Chak hat eine 1929er Ish-1 zum Ausgangspunkt seiner Studie für ein modernes Motorrad bestimmt. Aufgewachsen in der Sowjetunion und in Japan, ist Igor Chak schließlich in den USA gelandet, um hier Design zu studieren. Zunächst am Art Institute Seattle, wo er auch seinen Abschluss machte und schließlich am Art Center College of Design in Pasadena, Kalifornien, während er bereits für Nokia als Designer tätig war. Am Art Center College holte er sich das notwendige Know-How, um seiner Leidenschaft, dem Motorraddesign ,auf den Leib zu rücken.

Über seinen Designansatz sagt er selbst: „I believe in a well developed design that has a story, with history and passion to it.“ Und so ist es nicht verwunderlich, dass seine Ish deutlich auf die Ish-1 verweist. Das erstaunliche daran: Anders als z.B. bei Honda Sevenfifty oder Kawasaki Zephyr, bezieht sich die neue zwar formal auf die ältere Maschine, tut dies aber ohne jeglichen Retrogedanken. Man sieht deutlich welche Elemente Chak inspiriert haben, aber entstanden ist eine wunderbare, frische und moderne Motorradstudie. Man betrachte nur die Linie des Rahmens der alten Ish. Sie findet ihre Entsprechung in Rahmen und Federbeinen der neuen und gibt beiden einen dynamischen Drang nach vorn.

Das Konzept von Igor Chak hört aber nicht bei Äußerlichkeiten auf. Die 2012 Ish ist ein Hybridfahrzeug, bei dem sich ein Elektromotor mit einer Leistung von 60kw in der hinteren Felge verbirgt. Das Hauptaggregat ist ein 140 PS starker V2 Motor, der zu 50% aus hitzeresistentem Kunststoff bestehen soll und das Motorrad primär antreibt.

Kein neues Motorrad ohne Berücksichtigung von Sicherheitstechnologien. So verfügt die Ish über zwei innovative Airbags und über ein automatisch reagierendes System, das selbständig auftauchende Hindernisse erkennt und eine Bremsung einleitet. Aber auch an den Einsatz moderner Kommunikationstechnologien hat Chak gedacht. Internetverbindung und HD Kamera finden sich ebenso wie ein integriertes Navigationsgerät. Wenn das, was der erst 26jährige Ish hier vorstellt die Zukunft des Motorradbaus ist, dann freu ich mich heute schon drauf. Was soll daraus erst werden, wenn ein solch kreativer Geist die Möglichkeit erhält, seine Visionen umzusetzen.

Mehr zu dem Projekt und dem Designer selbst gibt es auf der Seite von Igor Chak

weitere Fotos gibt es auch bei motorrad-news.com , durch die ich auf Chak aufmerksam wurde.

Bildrechte bei: Igor Chak

Ein Kommentar bis “Konzeptbike 2012 Ish von Igor Chak”

  1. Motorenarten sagt:

    Das die Ish 2012 von Igor Chak sieht ja mal richtig geil aus.
    Aber irgendwie habe ich solche Konzeptbikes noch nie auf der Straße gesehen..

    Sind diese überhaupt Straßentauglich?

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