Norton Commando 961SE

In Großbritannien kann sie bereits bestellt werden. Für Freunde der klassischen Linie ist sie derzeit wohl eines der gelungensten Motorräder auf dem Markt. Der Spagat zwischen Tradition und Moderne scheint den Entwicklern hervorragend gelungen zu sein.  Als Antrieb kam von Anfang an nur ein Paralleltwin in Betracht. Der leistet jetzt 80 PS und drückt 90 Nm auf die Straße. Wie angekündigt hat man die drei erhältlichen Versionen mit hochwertigen Komponenten veredelt. Öhlins-Gabel und Stoßdämpfer, sowie Bremsen von Brembo haben alle drei Varianten anzubieten. Der 961 SE hat man zusätzlich noch eine ganze Reihe an Carbon-Teilen gegönnt, die 961 Cafe-Racer natürlich mit Stummellenker und einer kleinen Lampenverkleidung ausgestattet.

Die Schmuckstücke basieren auf einer Entwicklung des amerikanischen Motorradbauers Kenny Dreer , dem allerdings 2006 das Geld für eine Serienproduktion ausging. Stuart Garner, britischer Geschäftsmann, erkannte die Möglichkeiten, erwarb die Rechte und die Entwicklungsleistung und gründete kurzerhand die Norton Motorcycles Ltd., mit Sitz im legendären Donnington.

Mit der Commando tritt man in große Fußstapfen. In den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts erarbeitete sich die Commando mit ihrem schnörkelosen Design eine feste Fangemeinschaft. Markiger Paralleltwin, Tropfentank, Sitzbank, Speichenräder. Das reichte! Mit dem Niedergang Nortons versuchte Yamaha mit seiner XS 650 die Lücke zu schließen. Mit mäßigem Erfolg, aber auch die XS ist heute Legende. Die neue Commando hat also einiges zu tun. Die Motorradwelt zu betören wird ihr dabei nicht schwer fallen. Zentrum des Bikes ist der luftgekühlte Motor, über dem sich, wie ein Welle, die Kombination aus Tank, Seitenteilen, Sitzbank und Heck an den Stahlrohrrahmen schmiegt. Hier würde man zu gerne Platz nehmen, um auf der Welle zu  reiten. Lang würden die ersten Ausritte wohl aber nicht werden; nicht weil das Motorrad dazu nicht geeignet wäre, nein, sondern weil auch der Fahrer lange brauchen wird, um sich an diesem Motorrad satt zu sehen. Ich jedenfalls müsste mich an jeder Ampel dazu zwingen nicht abzusteigen, um eine staunende Runde ums Motorrad hinzulegen. Kleiner Wermutstropfen zum Schluss: Noch gibt es für den Rest Europas kein Händlernetz. Die Commando ist nur in Großbritannien ab ca. 12.000 Pfund, derzeit also knappe 14.000 Euro erhältlich.

weitere Infos: Norton Motorcycles Ltd.

Copyright des Fotos: Norton Motorcycles Ltd, GB

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